Über meine Arbeit und Führung im 21. Jahrhundert
- Werner Reichkendler
- 6. März
- 7 Min. Lesezeit

Führung, die hält statt herrscht
Stell Dir vor, Du stehst am Fuß eines Berges. Der Gipfel ist Dein Ziel, aber der Weg ist steil, unübersichtlich, und Du bist Dir nicht sicher, ob Du allein hochkommst. Genau in diesem Moment taucht jemand auf – kein Retter, der Dich trägt, sondern ein erfahrener Begleiter, der den Weg kennt, die Gefahren einschätzen kann und Dir zeigt, wo Du hintreten musst. Ein Sherpa eben.
Genau diese Metapher beschreibt meine Arbeit als Führungsbegleiter und systemischer Coach. Kürzlich durfte ich in einem Interview mit Salzburg1 über meine Haltung, meine Werte und meine Vision von Führung im 21. Jahrhundert sprechen. In diesem Blogartikel möchte ich Dir einige zentrale Gedanken daraus näherbringen – und Dir zeigen, warum Führung heute mehr denn je Orientierung und Halt geben muss, statt zu kontrollieren oder zu dominieren.
Vom Macher zum Möglichmacher
Mein bisheriger Lebensweg war geprägt von Verantwortung, Projekten und sportlichen Herausforderungen. Ich war immer ein Macher – beruflich wie privat. Doch auf dem Weg in die Selbstständigkeit wurde mir klar: Ich möchte nicht mehr selbst im Mittelpunkt stehen, sondern andere stärken. Aus dem Macher wurde ein Möglichmacher.
Diese Transformation war kein plötzlicher Bruch, sondern ein Reifeprozess. Rückblickend waren es immer die Menschen an meiner Seite, die mir Orientierung gaben und mir zutrauten, meinen eigenen Weg zu gehen. Diese Erfahrung wollte ich weitergeben. Es ging mir immer weniger darum, Lösungen vorzugeben, und immer mehr darum, Menschen in ihre eigene Wirksamkeit zu bringen.
Die Sherpa-Metapher: Warum sie so treffend ist
Das passende Bild für diese Haltung fand ich im Bergsport. In Hochgebirgsexpeditionen sind Sherpas ein unverzichtbarer Teil des Teams. Sie tragen Lasten, kennen die Bedingungen, bringen Erfahrung ein und sorgen dafür, dass eine Expedition überhaupt möglich wird. Gleichzeitig nehmen sie den Menschen nicht die Entscheidung ab, ob und wie sie weitergehen.
Genau diese Haltung beschreibt sehr gut, wie ich heute arbeite. Aus meiner Erfahrung, meiner Haltung und meiner Bergsportbegeisterung ist so der Leadership Sherpa entstanden.
Was bedeutet „Ich bringe Menschen in ihre Kraft"?
Dieser Satz ist für mich zentral. Er bedeutet, dass Menschen am Ende einer Zusammenarbeit in der Lage sind, ähnliche oder größere Herausforderungen selbst zu meistern. Sie gewinnen Klarheit, Vertrauen in ihre Entscheidungen und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Genau darin liegt für mich nachhaltige Wirksamkeit.
Führung als Funktion, nicht als Position
Wir müssen Führung neu denken. Führung ist keine Position, sondern eine Funktion – eine Funktion, die dem System dient. Führung trägt Verantwortung für das System – für Menschen, Strukturen, Kultur und Zusammenarbeit – nicht nur Verantwortung im System.
Orientierung entsteht dort, wo Führungskräfte das große Ganze im Blick behalten und bereit sind, sich selbst in den Dienst dieses Ganzen zu stellen. Das erfordert:
Klarheit über Ziele, Rollen und Entscheidungen
Reflexionsfähigkeit, um eigene Muster zu erkennen
Die Bereitschaft, Macht nicht als Durchsetzung, sondern als Verantwortung zu verstehen
Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter mögen
Das klingt einfach, ist aber entscheidend. Wer Menschen nicht mag, wird sie kontrollieren oder begrenzen. Wer Menschen mag, interessiert sich für ihre Entwicklung. Das Ziel von Führung ist aus meiner Sicht, Menschen in ihrer Reifeentwicklung zu begleiten – hin zu Mitarbeitenden, die Verantwortung übernehmen wollen und können.
Dazu gehört auch, sich als Führungskraft immer wieder zurückzunehmen. Nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke. Denn wenn es dem Ganzen gut geht, geht es auch dem Einzelnen gut. Führung, die hält, schafft genau diesen Rahmen.
Wertschätzung als Ausgangspunkt jeder Veränderung
Was mich an klassischer Beratung immer gestört hat, war die Haltung: „Wir wissen, wie es geht – und alles, was ihr bisher gemacht habt, war falsch." In diesem Moment verliert man Menschen. Organisationen funktionieren nicht zufällig. Sie werden jeden Tag von Menschen am Laufen gehalten, die ihr Bestes geben.
Deshalb beginnt meine Arbeit immer mit Wertschätzung – für die Menschen und für das, was bereits da ist. Ohne diese Grundhaltung entsteht kein Vertrauen, und ohne Vertrauen keine nachhaltige Veränderung.
Die systemische Diagnose: Ursachen statt Symptome
Konkret starte ich jede Zusammenarbeit mit einer systemischen Diagnose. Mir geht es nicht um Symptome wie Motivationsprobleme oder Konflikte, sondern um die dahinterliegenden Ursachen. Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam Orientierung:
Den Gipfel sichtbar machen: Wir definieren ein klares Ziel
Die Route festlegen: Wir klären Wege, Risiken und Ressourcen
Den Rucksack packen: Wir legen konkrete Schritte, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen fest
Meine Rolle ist dabei klar: Ich bin Teil des Lösungssystems, aber nicht Teil der Organisation. Dadurch behalte ich den Metablick, kann Muster erkennen und Optionen aufzeigen. Gehen müssen die Menschen und Teams den Weg selbst – in ihrem Tempo und in ihrer Verantwortung.
Räume schaffen, in denen Menschen ihr Bestes geben wollen
Einer der größten Irrtümer unserer Arbeitswelt ist die Annahme, Menschen würden ohne Druck nichts leisten. Wer hinsieht, erkennt das Gegenteil: Menschen übernehmen Verantwortung und gehen an ihre Grenzen, wenn sie den Sinn ihres Handelns erkennen.
Ich erlebe das auch außerhalb von Organisationen: im Ehrenamt, im Vereinsleben oder am Berg. Menschen leisten Unglaubliches, nicht weil es leicht ist, sondern weil es Bedeutung hat. Genau das lässt sich auf Unternehmen übertragen.
Sinn als Motor, Gewinn als Folge
Führung hat die Aufgabe, den Beitrag jedes Einzelnen zum Ganzen sichtbar zu machen. Wenn Menschen verstehen, warum ihre Arbeit wichtig ist, entsteht intrinsische Motivation. Dann verändern sich auch die Fragen: Nicht mehr „Was habe ich davon?", sondern „Was braucht es jetzt?"
Verantwortung wird übernommen, nicht eingefordert. Konflikte werden offener angesprochen, Zusammenarbeit selbstverständlicher.
Umsatz und Gewinn sind dabei wichtig, aber sie sind Ergebnis, nicht Ursache. Gewinn ist wie Sauerstoff – lebensnotwendig, aber nicht der Grund zu leben. Sinn ist der Motor, wirtschaftlicher Erfolg die Folge.
Klarheit, Verlässlichkeit, Ausdauer: Werte, die tragen
Meine Arbeit basiert auf drei zentralen Werten, die sich in meinem Leben dort geformt haben, wo es unübersichtlich und anspruchsvoll wurde:
Klarheit schafft Orientierung
Als Projektleiter in der Automobilindustrie habe ich internationale Millionenprojekte verantwortet, in denen Klarheit über Ziele, Rollen und Entscheidungen entscheidend war. Unklarheit erzeugt Reibung – Klarheit schafft Orientierung.
Verlässlichkeit ist der Vertrauensanker
Verlässlichkeit habe ich sowohl in komplexen Organisationsstrukturen als auch im Bergsport als zentralen Vertrauensanker erlebt. Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich, ob Menschen präsent bleiben oder ausweichen. Diese Präsenz ist auch die Basis meiner Arbeit als Coach.
Ausdauer entscheidet über Erfolg
Mehrere Ironman-Wettkämpfe und der Transalpine Run im Team mit meiner Frau haben mir gezeigt, dass Entwicklung Zeit braucht und Zweifel dazugehören. Genau dort entscheidet sich, ob man dranbleibt. Diese Erfahrung prägt auch meine Begleitung von Menschen und Teams.
Was in geschützten Räumen entstehen kann
Über meine Klientinnen und Klienten spreche ich grundsätzlich nicht im Detail. Vertraulichkeit ist für mich eine zentrale Voraussetzung für Vertrauen. Umso wertvoller sind Rückmeldungen, die zeigen, was in diesem geschützten Raum entstehen kann.
Ein Unternehmer formulierte es nach unserer Zusammenarbeit so:
„Danke, Werner, für deine wertvolle Unterstützung. Gemeinsam konnten wir einen klaren Lösungsweg entwickeln – dabei habe ich nicht nur mein Anliegen geklärt, sondern auch viel über zwischenmenschliche Dynamiken gelernt. Deine Begleitung war für mich ein echter Gewinn."
Für mich beschreibt das sehr gut, worum es geht: nicht nur Probleme zu lösen, sondern Menschen in die Lage zu versetzen, Zusammenhänge zu verstehen und selbst wirksam zu gestalten. Genau dort entsteht Kraft.
Das vollständige Interview: Tiefere Einblicke in meine Arbeit
Die Gedanken, die ich hier mit Dir geteilt habe, sind nur ein Ausschnitt aus dem ausführlichen Interview, das ich kürzlich mit Salzburg1 geführt habe. Dort spreche ich noch detaillierter über:
Meine persönliche Entwicklung vom Macher zum Möglichmacher
Die praktische Anwendung der Sherpa-Metapher in konkreten Führungssituationen
Warum Führungskräfte ihre Mitarbeiter mögen müssen
Wie systemische Diagnose funktioniert und warum sie so wirksam ist
Meine persönlichen Werte und wie sie meine Arbeit prägen
Wenn Du tiefer in die Themen Führung, systemische Begleitung und die Sherpa-Haltung einsteigen möchtest, empfehle ich Dir, das gesamte Interview zu lesen (https://salzburg1.at/werner-reichkendler). Es gibt Dir einen authentischen Einblick in meine Arbeitsweise und meine Überzeugungen.
Präzise in der Struktur – verbunden mit dem Menschen
Dieser Leitsatz beschreibt meine Arbeitsweise am besten. Ich verbinde klare Strukturen und Methoden mit echter menschlicher Verbindung. Denn Veränderung braucht beides: einen klaren Rahmen und echte Beziehung.
Wenn Du vor einer Herausforderung stehst, bei der Du spürst, dass klassische Lösungen nicht greifen – wenn Du das Gefühl hast, auf einem Gipfel zu stehen und nicht genau zu wissen, wie der nächste Schritt aussehen soll – dann lass uns sprechen.
Ich bin kein Berater, der Dir sagt, was Du tun sollst. Ich bin ein Sherpa, der mit Dir geht, Dir zeigt, wo Gefahren lauern, wo Ressourcen liegen und wo der nächste sichere Tritt ist. Aber gehen musst Du selbst.
Der schwierigste Schritt? Ihn nicht allein zu gehen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet die Sherpa-Metapher in der Führungsarbeit konkret?
Die Sherpa-Metapher beschreibt eine Haltung, bei der der Coach oder Berater nicht die Lösung vorgibt, sondern als erfahrener Begleiter fungiert. Wie ein Sherpa am Berg kennt er die Wege, Risiken und Ressourcen, trifft aber keine Entscheidungen für den Klienten. Die Verantwortung und der Weg bleiben bei der Führungskraft selbst.
Warum ist eine systemische Diagnose wichtiger als die Behandlung von Symptomen?
Symptome wie Konflikte oder Motivationsprobleme sind oft nur sichtbare Zeichen tieferliegender Ursachen. Eine systemische Diagnose deckt die eigentlichen Muster und Dynamiken auf, die das Problem verursachen. Nur wenn man diese Ursachen versteht und bearbeitet, entsteht nachhaltige Veränderung statt kurzfristiger Symptombekämpfung.
Was unterscheidet Führung als Funktion von Führung als Position?
Führung als Position bedeutet, eine hierarchische Rolle innezuhaben. Führung als Funktion bedeutet, Verantwortung für das gesamte System zu übernehmen – für Menschen, Strukturen und Kultur. Diese Haltung stellt das Wohl des Ganzen über persönliche Macht und versteht Führung als Dienst am System, nicht als Privileg.
Wie entsteht intrinsische Motivation in Teams?
Intrinsische Motivation entsteht, wenn Menschen den Sinn ihrer Arbeit erkennen und ihren Beitrag zum großen Ganzen verstehen. Führungskräfte müssen diesen Zusammenhang sichtbar machen und Räume schaffen, in denen Verantwortung übernommen werden kann. Druck und Anreizsysteme erzeugen hingegen nur kurzfristige Effekte ohne nachhaltige Wirkung.
Welche Rolle spielen Werte wie Klarheit, Verlässlichkeit und Ausdauer in der Führungsarbeit?
Diese drei Werte bilden das Fundament vertrauensvoller Führung. Klarheit schafft Orientierung in komplexen Situationen, Verlässlichkeit baut Vertrauen auf – besonders in schwierigen Momenten – und Ausdauer zeigt, dass Entwicklung Zeit braucht und Zweifel dazugehören. Zusammen ermöglichen sie nachhaltige Veränderung statt schneller Lösungen.
Fazit
Führung im 21. Jahrhundert braucht eine neue Haltung – eine Haltung, die nicht herrscht, sondern hält. Die nicht kontrolliert, sondern Räume öffnet. Die nicht Lösungen vorgibt, sondern Menschen in ihre eigene Kraft bringt.
Das Interview mit Salzburg1 gibt Dir einen tiefen Einblick in meine Arbeitsweise, meine Werte und meine Vision von Führung. Es zeigt, warum die Sherpa-Metapher so treffend ist und wie systemische Begleitung nachhaltige Veränderung ermöglicht.
Wenn Du selbst vor Herausforderungen stehst, bei denen klassische Ansätze nicht greifen – wenn Du spürst, dass es um mehr geht als um Symptome – dann lass uns ins Gespräch kommen. Ich freue mich darauf, Dich auf Deinem Weg zu begleiten.
Wer nicht geht, der steht – und der Gipfel bleibt unerreicht.
Lies das vollständige Interview auf https://salzburg1.at/werner-reichkendler und erfahre mehr über meine Arbeit als Leadership Sherpa. Oder melde Dich direkt bei mir, wenn Du bereit bist, den nächsten Schritt zu gehen – ich begleite Dich gerne auf Deinem Weg.



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